Wer eine Photovoltaikanlage auf dem Dach und ein E-Auto in der Einfahrt hat, besitzt theoretisch die perfekte Kombination für extrem günstige Mobilität. Die Realität sieht im Alltag aber oft anders aus: Das Auto wird nach Feierabend an die Wallbox gesteckt und lädt sofort mit voller Leistung (meist 11 kW) los. Scheint dann keine Sonne mehr, kommt der Strom teuer aus dem öffentlichen Netz.
Die Lösung für dieses Problem heißt PV-Überschussladen. Doch was bedeutet das genau und wie funktioniert das Zusammenspiel der Geräte im Hintergrund? Ein Blick hinter die Kulissen.
Was genau ist „Überschuss“ beim Solarstrom?
Ihre PV-Anlage versorgt tagsüber zuerst alle aktiven Verbraucher im Haus – also den Kühlschrank, die Wärmepumpe oder die Waschmaschine. Produziert die Anlage mehr Strom, als das Haus im Moment verbraucht, entsteht ein Überschuss.
- Ohne intelligentes System: Der überschüssige Strom fließt gegen eine geringe Einspeisevergütung in das öffentliche Stromnetz.
- Mit intelligentem Überschussladen: Das System erkennt den Überschuss sofort und leitet genau diese Energiemenge in den Akku Ihres Elektroautos.
Das Prinzip ist einfach: Das Auto lädt immer nur mit der Leistung, die auf dem Dach übrig ist. Zieht eine Wolke auf, regelt die Wallbox die Ladeleistung automatisch herunter. Scheint die Sonne voll, schaltet das System auf maximale Solar-Ladeleistung.
Das Trio im Hintergrund: Wer spricht hier mit wem?
Damit Überschussladen ohne manuelle Knöpfe im Alltag funktioniert, müssen drei Komponenten im Haus permanent Daten austauschen:
- Der Smart Meter (Energiemanager): Er sitzt direkt am Hausanschlusskasten und misst im Sekundentakt, ob Strom ins Netz eingespeist oder von dort bezogen wird.
- Der Wechselrichter: Er weiß genau, wie viel Solarstrom die Module auf dem Dach in diesem Moment produzieren.
- Die intelligente Wallbox: Sie empfängt die Befehle des Energiemanagers und reguliert den Ladestrom für das Fahrzeug (die sogenannte Phasenbeaufschlagung von 1-phasig auf 3-phasig).
Das Auto selbst muss dafür übrigens nicht „smart“ sein. Jedes moderne E-Auto nimmt einfach den Strom auf, den die Wallbox ihm zur Verfügung stellt.
Die Lademodi im Alltag: Flexibilität auf Knopfdruck
Niemand möchte ein System, das stur blockiert, wenn das Auto mal schnell voll werden muss. Deshalb beherrschen moderne Systeme verschiedene Lademodi, die Sie bequem per App steuern können:
- Reines PV-Laden (Eco-Mode): Es wird ausschließlich kostenloser Überschussstrom vom eigenen Dach geladen. Dauert je nach Wetter etwas länger, kostet Sie aber keinen Cent Netzstrom.
- Mischbetrieb (PV + Netz): Sie definieren eine Mindestlademenge (z. B. „Morgens um 7 Uhr müssen 50 % im Akku sein“). Das System lädt primär Solarstrom, füllt den Rest bei Bedarf aber nachts mit Netzstrom auf.
- Schnellladen (Power-Mode): Die Wallbox lädt sofort mit der maximalen Leistung (z. B. 11 kW oder 22 kW), völlig egal, woher der Strom kommt. Ideal, wenn es schnell gehen muss.
Fazit: Die herstellerunabhängige Verknüpfung entscheidet
Die größte Hürde beim Überschussladen ist nicht die Technik an sich, sondern die Kompatibilität. Oft stammen Wechselrichter, Batteriespeicher und Wallbox von unterschiedlichen Herstellern und sprechen sprichwörtlich verschiedene Sprachen.
Als zertifizierter Fachbetrieb sorgen wir dafür, dass die Komponenten in Ihrer Haustechnik nahtlos miteinander kommunizieren. Wir richten die Steuerung so ein, dass Ihr E-Auto zum intelligenten Speicher auf vier Rädern wird – herstellerunabhängig und passgenau für Ihre bestehende Anlage.
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